Thomas Jung

Eugen-Jochum-Preisträger 2017

Thomas Jung studierte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln sowie an der University of Cambridge. Sein Dirigierlehrer und Mentor war Volker Wangenheim. Auf den Studienabschluss folgten zahlreiche Meisterklassen u.a. bei Jorma Panula, Colin Metters und Bernard Haitink, der ihn bis heute intensiv fördert. Thomas Jung assistierte daraufhin verschiedenen international renommierten Dirigenten, darunter Semyon Bychkov und Jukka-Pekka Saraste beim WDR Sinfonieorchester Köln sowie Markus Stenz und François-Xavier Roth beim Gürzenich Orchester.

In der Spielzeit 2015/16 war Thomas Jung Zander Fellow des Boston Philharmonic Orchestra, seit 2015 ist er erster Gastdirigent des chinesischen Tianjin Grand Opera Symphony Orchestra. 2012 gründete Thomas Jung das Flora Sinfonie Orchester Köln und wurde zeitgleich zum Chefdirigenten des Studio Orchesters Duisburg ernannt. So konnte er bereits früh in seiner Laufbahn mit festen Klangkörpern arbeiten. Neben seiner Dirigiertätigkeit, für die er mit vielen Preisen und Stipendien ausgezeichnet wurde, setzt er sich - obwohl selbst och sehr jung - auch für den Nachwuchs am Pult ein. So geht u.a. die Initiative des Boston Philharmonic Orchestra für junge Dirigentinnen und Dirigenten auf seinen Anstoß zurück. Außerdem hat sich Thomas Jung während seines Studiums auch einen profunden musikwissenschaftlichen Hintergrund erworben, der sich in zahlreichen Veröffentlichungen spiegelt.

Besondere Beachtung erhielt Thomas Jung für seine Interpretationen der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, er beschäftigt sich aber genauso intensiv mit zeitgenössischer Musik. Gemeinsam mit dem Hochschulensemble der Musikhochschule Köln hat er bereits zahlreiche Uraufführungen realisiert, in deren Rahmen er in künstlerischen Austausch mit Komponistinnen und Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, John Adams, Sofia Gubaidulina und Peter Eötvös kam.

Thomas Jungs langjähriger Mentor Bernard Haitink äußerte sich zur Verleihung des Eugen-Jochum-Preises 2017:

Ich bin erfreut zu hören, dass Thomas Jung den Eugen Jochum Preis 2017 für junge Dirigenten erhält. Ich kenne Thomas Jung seit mehreren Jahren, und bin sehr glücklich, seine Fortschritte und seine Entwicklung als Dirigent mitverfolgen zu können. Er ist es wert mit diesem Preis gefördert zu werden.Ich bin darüber besonders froh, weil der große Respekt und die Zuneigung, die ich für Eugen Jochum hege, der einer der einflussreichsten Dirigenten seiner Generation war und mit dem ich in näheren Kontakt während unserer Jahre als gemeinsame Dirigenten des Concertgebouworkest kam. Ich bin glücklich, dass sein Geist in diesem Preis fortlebt.

Bernard Haitink